Die verschiedenen Holzschichten

Jeder hat bestimmt schon einmal die Ringe eines Baumstumpfs gezählt und wollte herausfinden, wie alt dieser Baum geworden ist.

Doch das Holz ist auch auf andere Weise vielschichtig:

Zu Beginn des Wachstums benötigt ein Baum alle seine Pflanzenteile, auch den Haupttrieb (später als Stamm bezeichnet), für den Transport und die Speicherung der für ihn notwendigen Nährstoffe, die er aus dem Erdreich bezieht.

Ab einem gewissen Punkt seiner Entwicklung hat der Stamm eine solche Dicke erreicht, dass bereits ein Teil von ihm für den Nahrungstransport ausreicht.

Der innere Teil des Stammes verkernt und entwickelt sich zu dem was im allgemeinen Kernholz genannt wird und nun passiver Teil der Pflanze ist. Währenddessen bleibt der äußere Teil aktiv und bildet zwei weitere Schichten aus.

Über dem Kernholz liegt das Splintholz. Dieses enthält bis zu dreimal so viel Wasser wie das Kernholz, ist weniger verwachsen und stets weicher und darum auch des Öfteren von Löchern durch Holzwürmer durchdrungen. Das Splintholz ist bei den meisten Baumarten heller als das Kernholz und somit farblich vom innen liegenden Holz zu unterscheiden

Es gibt einige Arten, bei denen statt von Kernholz von Reifholz gesprochen wird. Dies sind zum Beispiel Linde, Fichte, Feldahorn und Birnenbäume. Auch diese Bäume haben einen reiferen, trockeneren und verkernten Teil im inneren ihres Stammes. Dieser lässt sich jedoch optisch nicht von dem darüberliegenden Splintholz unterscheiden – auch nicht unter dem Mikroskop.

Die letzte Schicht des Holzes bildet die Rinde, welche wiederum aus dem innen liegenden Bast und der außen liegenden Borke besteht. Zwischen den beiden findet man die Kambiumschicht, welche auch als Wachstumsschicht bezeichnet wird. Sie ist vor allem für das Verbreitern des Stammes und der einzelnen Äste verantwortlich.

Während der Bast, ähnlich dem Splintholz, mit dem Transport von Nährstoffen Richtung Blattwerk zu tun hat, ist die Aufgabe der Borke der Schutz vor äußeren Einflüssen. Dies können extreme Wetterbedingungen, UV-Strahlung im allgemeinen aber auch mechanische Einflüsse sein.

Bei der Verarbeitung von Holz kann grundsätzlich der gesamte Stamm verwendet werden, es ist meist jedoch von Vorteil, die Rinde zu entfernen. Durch die vorangegangene Trocknung wird diese sehr bröckelig und es bestehen gute Chancen, dass sie mit der Zeit abfällt, die natürliche Haftung am Splintholz nicht mehr gegeben ist.

Für besonders widerstandsfähige Produkte ist das Kernholz aufgrund seiner Härte am besten geeignet, diese unterscheidet sich jedoch stark bei verschiedenen Hölzern.

Wünscht man sich natürliche Farbunterschiede ist das Kernholz zwar wegen seiner natürlichen Verwachsungen grundsätzlich einsetzbar, ein wirklich abwechslungsreiches und lebendiges Spiel von Farben und Strukturen erhält man jedoch nur bei der Verwendung von gänzlich naturbelassenem Holz mit all seinen Schichten und lebendigen Mustern.

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